Black Goats vs Kassel – Niederlage 28-16; Aber trotzdem ein Sieg!

Wie fassen wir das Spiel am Samstag am Besten zusammen? Bild Nummer 1 trifft es wahrscheinlich ziemlich gut. Es zeigt unsere Spieler an der Sideline, ein Knie aufgestellt, besorgter Blick in Richtung Spielfeld.

Aber beginnen wir von Vorne. Nachdem wir uns Kassel im letzen Heimspiel nach einer langen Schlacht auf den letzten Metern leider geschlagen geben mussten, war es unser erklärtes Ziel beim Rückspiel keine Kompromisse zu machen. Wie gut unsere Chancen standen, einen Sieg einzufahren – wer weiß das schon? Aber eines war klar: Einfach würden wir es unseren Konkurrenten nicht machen. Pünktlich um 10 Uhr ging es los – ein Bus vollgestopft mit Spielern, Betreuern, Physios und Fans rollte in Richtung Kassel. Die Stimmung war gut, aber trotzdem relativ ruhig. Voller Fokus auf das bevorstehende Spiel. Ankommen, fertig machen, Teamzone aufbauen, Pass-Check.

Los geht’s: Coin Toss – Kassel kickt den Ball zu uns. Die ersten Minuten des Spiels vergehen wie im Flug. Unsere Offense kommt auf den Platz und legt einen guten Drive hin. Unser Runninback Michel da Fonseca #30 erzielt mit einem Running-Touchdown durch die Mitte unsere ersten sechs Punkte. Auch die Two-Point-Conversion glückt mit einem Pass auf unsere #4, Nico Schön. 8-0 für die Goats. Jetzt ist unsere Defense am Zug. Für sie wird es heute besonders hart – sie hat kaum Backups dabei. Zwei Spielzüge lang geht es gut, doch dann der erste große Dämpfer des Tages: Defense-Captain und Middle-Linebacker Maximilian Brehm, #58 liegt am Boden. Gegnerischer Helm gegen Knie – der Helm war stärker. Weiterspielen ist nicht möglich – er verlässt das Feld. Die Defense muss sich neu sortieren; Positionen werden getauscht, es geht weiter. Der nächste Dämpfer lässt nicht lange auf sich warten. Unsere Dampflok, Fullback #43 Philipp Höhn, muss als nächster das Spielfeld noch im ersten Quarter verlassen. Er wird seitlich von einem gegnerischen Helm gegen den eigenen getroffen. Ihm wird schwarz vor Augen. Eine Gehirnerschütterung kann zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden – er wird ebenfalls nicht mehr auf das Spielfeld zurückkehren. Kassel erzielt den ersten Touchdown und mit einem Point-After-Touchdown verändern sie den Spielstand auf 8-7 für die Goats. Kurz vor der Halbzeit fängt unsere #5 Chris Hieß eine Interception. Damit verabschieden wir uns in die Halbzeitpause. Jetzt heißt es Kraftreserven auffüllen, Taktik überdenken, wer spielt was? Wer kann vielleicht wieder spielen? Wer ist definitiv raus? Die Pause ist notwendig. Die pralle Mittagssonne macht allen zu schaffen.

Wir sind zurück im Spiel. Die zweite Halbzeit beginnt. Jetzt dreht Kassel richtig auf. Sie holen auf, überholen uns und ehe wir uns versehen steht es 8-20 für Kassel. Unsere Defense kämpft, verletzte Spieler wechseln sich ab, wer gerade laufen kann, humpelt aufs Feld und gibt alles. Zwischenzeitlich mussten wir zwei weitere herbe Verluste verschmerzen. Friedrich Großmann spielt sein erstes Spiel für die Goats und gibt buchstäblich alles. Auch er wird von gleich zwei Gegenspielern an den Knien verletzt. Das Laufen fällt schwer. Sein D-Line-Kollege Ferhat Gezek erleidet das gleiche Schicksal. Doch die beiden beißen sich tapfer durch. Jedes letzte Bisschen Kraft und Kampfgeist wird geweckt und auf dem Spielfeld gelassen. Sie wechseln sich ab, humpeln abwechselnd aufs Feld, sodass sich der jeweils andere ein bisschen erholen kann. Doch Kassel holt weitere Punkte. Der Vorsprung wächst auf 8-20.

Unsere beiden Physios arbeiten im Akkord. Alleine wäre diese Mammutaufgabe nicht zu bewältigen gewesen. Es wird behandelt, getaped, geschient, massiert – egal wie viele und egal wie schlimm die Verletzungen sind: Wir lassen das nicht auf uns sitzen! Dann geht es schnell. Snap auf unseren Quarterback #13, Jannik Wagner. #4 Nico Schön läuft sich frei, 50 yards. Er fängt den Pass und erzielt den nächsten Touchdown für die Goats. Jawoll! So soll es weitergehen. Doch sechs Punkte reichen nicht. Nico läuft einen quick-out nach links, der Pass kommt an – zwei Punkte gesellen sich auf unser Konto. 16-20. Wir nähern uns wieder an.

Doch am Ende soll all das nicht reichen. Wir beenden das Spiel mit einem Stand von 28-16. Doch trübe Gesichter? Fehlanzeige. Wenn uns diese Niederlage als Team eines gebracht hat, dann, dass wir noch mehr zusammengewachsen sind. Es hat jedem Einzelnen von uns einiges abverlangt, aber wir wissen: Wir sind stark. Wir können uns aufeinander verlassen. Auch mit einem dezimierten Kader konnten wir dem Favoriten und Tabellenführer die Stirn bieten. Wir müssen uns nicht verstecken.

Die Heimfahrt war eine einzige Party. Wir feierten nicht das Spiel, wir feierten uns, die Goats-Familie. Und wir sind bereit in den nächsten Spielen genau so weiterzumachen. Guten Football mit einem eingeschworenen Team.

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